
Sie steht am See. Große Kieselsteine unter ihren mit Turnschuhen bekleideten Füßen. Die Steine knarzen unter ihr. Der See liegt glatt vor ihr, der blaue Himmel spiegelt sich in seinem Wasser, das bis an den Horizont reicht. Ihr Blick hat keinen Fokus, sie schaut in die Ferne. Sieht, wie das Wasser des Sees in den Horizont übergeht. Wolken, kleine wenige Wolken, die das Blau des Himmels an wenigen, kleinen Stellen verdecken. Hinter ihr der Wald, Vögel zwitschern, eine Ente quakt irgendwo am Ufer rechts neben ihr. Kein Mensch ist weit und breit zu sehen oder zu hören.
„Wie sind wir hierher gekommen? Und warum? Warum???“, flüstert sie.
‚Wir haben einfach irgendwann aufgehört zu reden!‘ dacht sie.
„Aber…. Aber hätten wir das nicht bemerken können? Bemerken müssen?“, flüstert sie weiter. „Das war doch nicht immer so!“, fügt sie mit etwas gebrochener Stimme hinzu. Und lauter: „Wir waren doch mal glücklich!“
‚Ich weiß es doch auch nicht! Es ist, wie es ist‘, antwortet die Stimme in ihrem Kopf. Eine Stimme, die ihr vertraut und irgendwie auch unvertraut ist.
Eine Entenfamilie schwimmt am Ufer entlang. Vorneweg die Mutter, ihr folgend die kleinen Kücken. Ein kleiner chaotisch wirkender Haufen, der der kleinen Wasserschneise der Entenmutter folgt und das Wasser in Bewegung bringt.
„Und was machen wir jetzt? Was mache ich jetzt?“, sie flüstert wieder. Eine Träne löst sich aus ihren feuchten Augen. ‚Ich weiß es doch auch nicht! Es ist, wie es ist‘, wiederholt die Stimme.
Sie blickt auf den See hinaus. Setzt sich auf die Steine, zieht ihre Knie an sich heran und umschlingt sie mit ihren Armen, so dass sie ganz klein wird.
Einatmen 1 – 2 – 3 – 4
Halten 1 – 2 – 3 – 4
Ausatmen 1 – 2 – 3 – 4
Sie kann das Wasser und die Bäume riechen. Sie schließt die Augen und lauscht dem Wasser, wie es über die Kieselsteine fließt 1 – 2 – 3 – 4
und sich anschließend wieder zurückzieht 1 – 2 – 3 – 4.

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